Brachiales Flüstern – wenn das Gepäck zu viel wird

Wie viel kleiner ist groß genug, um auszuhalten was verlangt ist? Wie viel Aufgaben sind zu erfüllen und zu bewältigen, bis ich selbst wieder an erster Stelle komme? Ist das Leben ein belastender Prozess, mit dem wir lernen müssen umzugehen? Wie viel Gepäck muss ich noch tragen bis es genug ist? Wo enden meine Verpflichtungen und wann beginnt mein eigener neuer Weg?

Ist es in Ordnung zu zweifeln? Was ist zweifeln überhaupt? Ist Zweifel ein Lernprozess oder eine unlösbare Zusammenfassung eines für mich perfekt zugeschnittenen Rätsels. Ist Zweifel gesund und muss Zweifel endlos sein?

Nach meiner Auffassung können Gedanken auf ihre Art brachial flüstern: „Du musst etwas tun… Du musst etwas aushalten… Du musst stark sein…. Du musst dich kümmern….“. Das Gewicht all seiner Probleme tragen zu können, macht einen Menschen stark. Noch stärker macht es einen Menschen sich einzugestehen, dass er nicht stark genug ist, das Gewicht allein tragen zu können.

Es gibt Momente, in welchen einem das Leben Angst machen kann. Die Summe aller Erwartungen durch Mitmenschen oder sich selbst führt dazu, dass das eigene Dach ab und zu droht einzustürzen.

Wenn es mal wieder ununterbrochen regnet und ich mich unendlich klein fühle, stelle ich mir vor, dass jedes Problem, jede Verpflichtung, jede Sorge, etc. eine Tasche darstellt, die mal schwerer und mal leichter ist und mal weiter und mal weniger weit zu tragen ist. Ich empfinde die Erkenntnis als Segen, dass ich nicht alle Taschen auf einmal tragen muss und mir Freunde und Familie sogar bei sehr schweren Taschen helfen können zu tragen. Und wenn man trotzdem einmal eine Tasche liegen lassen muss, ist das nicht das Ende.

Das Leben darf uns Angst machen. Das Leben darf uns manchmal auch in die Knie zwingen. Es ist nur wichtig wieder aufstehen zu können. Diese Kraft wünsche ich jedem Menschen, der am Boden liegt. Gleichzeitig hoffe ich, dass jeder Mensch nicht vergisst, nach rechts und links zu schauen, hochzuziehen, aufzuhelfen und zu stützen.

Kein Mensch ist alleine stark. Wir leben alle von gegenseitiger Liebe.

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Manchmal hilft es uns anzuhalten, um zu erkennen, dass alles genug ist.

524525_455482184496434_853607629_nAbfahrt ohne Heilung

Ganz langsam klopft der Verstand,
tastet sich vor, erblickt hungerndes Land.
Die Werte des Lebens, erahnt und verkannt.

Greifbar scheint das neu versprochene Licht,
Offene Armen! Die Rettung! Verblendete Sicht?
Die Ruinen des Lebens, wer sieht sie noch nicht.

Der Blick fixiert und euphorisch, beinah besessen,
Vergangene Tiefen ignoriert, längst unangemessen.
Die Gespenster des Lebens, verborgen, vergessen.

Begeistert, rollend, unaufhaltsam und ohne helfende Hand, bis die gebrochene Stimme des Lebens ganz leise verschwand.

Nebenrolle: Wunder

Bildung, das Streben nach Wissen, der Drang alles auf unserer Welt und noch mehr zu verstehen und auch für Unerklärliches eine Erklärung finden. Für manche Menschen besteht darin der Sinn des Lebens, für andere der Schlüssel zum Erfolg. Aber wohin führt uns dieser Weg? In welchem Maße bestimmt Neugier unser Handeln und wo bzw. wann endet dieser gesellschaftliche Trend?

 

Sicherlich befriedigen Wissen und Erkenntnis in gewisser Hinsicht unsere menschlichen Bedürfnisse. Fest steht, dass unsere Geschichte ohne jeden Zweifel in eine völlig andere Richtung verlaufen wäre, wenn wir nicht diesen, in unserer DNA bestehenden, Motivations- und Lerninstinkt hätten. Obwohl wir in vielerlei Hinsicht davon profitieren, sollten wir erkennen, dass eine Entwicklung ohne Grenzen auch gefährlich sein kann.

 

Wie und wozu sollten wir die geheimnisvollen Tiefen des Meeres, farbenprächtige Landschaften, dunkle Höhlen, gefährliche Schluchten, die Vielfalt der Lebewesen sowie deren Eigenschaften oder die von der Geschichte gezeichneten Spuren unseres Planeten bewundern, wenn wir schon annähernd alles darüber wissen.

 

Ich bin mir sicher, dass uns Unwissenheit in vielen Situationen eine weit größere Lebensqualität beschert. Ich hoffe, dass jeder Mensch ab und zu dazu fähig sein kann, einen Moment im Leben zu finden, in dem man Inne hält und die Dinge einfach nur sieht anstatt sie zu verstehen.

 

Vielleicht sollten wir den Fokus auf jene Dinge lenken, welche unsere zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern können. Sollte nicht die Fähigkeit miteinander leben zu können im Zentrum unseres Strebens liegen? Wann haben wir aufgehört füreinander da zu sein und stattdessen angefangen Unmengen von Ressourcen in die Entwicklung von Waffen zu verschwenden, obwohl wir durch nichts als uns selbst bedroht werden. Wann haben wir angefangen Steine, Skelette oder das Paarungsverhalten von Insekten zu erforschen während einsame und kranke Menschen als einzige Tagesbeschäftigung warten bis die Sonne wieder untergeht. Wann haben wir vergessen wie kostbar Zeit, Hoffnung und Liebe ist? Vielleicht liegt die Kunst nicht darin, alles daran zu setzen, mehr Wissen zu erlangen. Vielleicht sollten wir uns die Bereiche einfach nur nicht blind aussuchen, um von der Akzeptanz zu profitieren, dass man nicht alles wissen muss.

Ich hoffe die Gedankenanstöße können helfen, den ein oder anderen Fokus in Eurem Leben wieder zu korrigieren. 

 

– Einbahnstraße –
Unbeholfen, falsch und entgleist,
jedes Stück, jeder Winkel bereist,
alles Reale, jedes Objekt schon erkannt,
mit großem Plan im Irrgarten verrannt.
 
Das Geheimnis fehlt an jeder gefundenen Stelle.
Informationen und Formeln über uns, als Welle.
Erfüllung die höher werden lässt,
ist nicht dieselbe, was passiert mit dem Rest?
 
Erstickt. Erwürgt. Erhangen.
Im Traum des Wissens schon heute gefangen.
Die Suche der Grenze, die noch unbekannt,
in einigen Jahren der letzte Mensch fand.

Wenn alles ausnahmslos vergänglich wäre, würde dies das Teilen nicht weniger lohnenswert machen.

Manchmal, ehe mich die Wirklichkeit wieder herausreißt aus Träumen, weit hergeholten Spekulationen, unhaltbaren Inspirationspfaden oder verzweifelten Versuchen Lösungsmöglichkeiten für unlösbare Probleme zu finden, verspüre ich das Bedürfnis all meine Gedanken festzuhalten. Diese Plattform dient mir dazu, das Zusammenfinden von durcheinander geratenen Puzzleteilen der Gesellschaft sowie den Drang nach Lösungsfindungen, auch wenn dabei abwegige Irrwege entstehen, zu betrachten und die daraus entstehenden Pflichten vielleicht noch in dieser Welt zu verwirklichen.

Das Leben in all seinen Variationen, Begegnungen mit Menschen, Tieren oder der Natur, gesellschaftliche Entwicklungen, Schicksalsschläge, Veränderungen in allen möglichen Bereichen oder die persönliche Einstellung bis hin zur bewussten Selbstverwirklichung. Es gibt eine Menge Dinge, die uns jeden Tag beschäftigen und uns zwingen nach etwas zu Streben, das unserem Dasein einen Sinn gibt.

Da wir nicht steuern können, wann und wo wir uns mit diesen Dingen beschäftigen, kann es öfter vorkommen, dass wir die besten Argumente für eine Diskussion morgens unter der Dusche, nachmittags in der Bahn oder abends im Bett finden. Ich versuche meine Gedanken, geordnet oder ungeordnet, hier ein wenig festzuhalten. Wie Ihr bereits gemerkt habt, lege ich mich aufgrund der Tatsache, dass unser Verstand keine Schranken kennt, dabei auf keine Themen fest. Ob sich jemand von Euch für meine Beiträge interessiert oder sich sogar eine Diskussionsgrundlage entwickeln kann, weiß ich nicht. Ich lasse mich dabei überraschen und warte die Entwicklung einfach mal ab.

Nichts ist unmöglich, wenn wir am Ende des Weges noch einen Schritt weiter gehen.

-amica dubium-